Németh

Kyūdō im Wandel

Das japanische Bogenschießen von 1900 bis heute
Ergon,  2019, 284 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-95650-596-6

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Ist Kyūdō Sport oder Bewegungskultur? Ist es ethisch-moralisch, eine Freizeitbeschäftigung oder Askese? Kann man das japanische Bogenschießen mit harmonischer Schönheit vergleichen? Die Autorin zeichnet anhand japanischer Quellen nach, dass die Wahrnehmungen von Kyūdō zwischen Mystik, Religiosität, Spiel und Sport den jeweiligen ideologischen Strömungen der Zeit geschuldet sind.
In der Zeit von der Auflösung des Feudalsystems in Japan bis hin zur Modernisierung nach westlichem Vorbild entwickelte sich die militärische Disziplin „kyûjutsu“ zum Breitensport Kyūdō mit dem Ziel der Lebenspflege des Einzelnen. Im Zuge des aufflammenden Nationalismus wurden die vormodernen Werte wiederbelebt, und Kyūdō diente fortan der körperlichen und mentalen Ertüchtigung des Volkes. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum Kyūdō-Verbot, da es als Mittel einer selbstgefälligen Ideologie angesehen wurde. In der Nachkriegszeit trat sein friedvoller und demokratischer Charakter in den Vordergrund. Es folgten weitere Stationen des Wandels, welche im Buch ebenfalls besprochen werden. All diese Veränderungen beeinflussten sowohl das Erscheinungsbild als auch die Übungspraxis und die Lehrinhalte des Kyūdō.


»Die Autorin hat den Wandel des japanischen Bogenschießens bzw. des Verständnisses von Kyudo in der japanischen Moderne, und nicht nur dort, einmalig umfassend dokumentiert, klug aufbereitet und verständlich dargestellt.«
Traditionell Bogenschiessen, 1/2020, 69

»Die Autorin als Japanologin und Kyudo-Praktikantin zeigt die Entwicklung des japanischen Bogenschießens seit der Meji-Zeit nach seiner Wiedereinführung in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts und seine Entwicklung vom Samurai-Basistraining hin zum bürgerlichen Breitensport, der mittlerweile auch für Frauen offen ist.«
Zeitschrift für Militärgeschichte 72/2020, 189


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